Seminar Description

Die deutschen Gewerkschaften stehen vor erheblichen Herausforderungen: Prekäre Beschäftigung, zunehmend fragmentierte Belegschaften (u.a. nach Nationalität bzw. Aufenthaltsstatus) sowie eine aktive Bekämpfung von Betriebsratsgründungen erschweren ihre Arbeit. Vor diesem Hintergrund nutzen Gewerkschaften wie die IG Metall oder Ver.di seit rund zwei Jahrzehnten verstärkt Organizing-Konzepte, um Aktivenkerne aufzubauen, Betriebsräte zu gründen sowie auch unter widrigen Bedingungen Tarifverträge zu erkämpfen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Organisierung von migrantischen Beschäftigten.

Format: Block seminar, 14.–17. September 2026
Location: Friedrich Schiller University Jena
Level: Master’s
Instructors: Dr. Şerife Erol & Prof. Dr. Stefan Schmalz


Schedule

Date Topic
8. April Introduction and organization
14. September Prekarität: Subjektive Verarbeitung
14. September Prekariat: Eine neue Klasse?
14. September Multiple Prekarität: Repräsentationslücken
15. September Guest lecture: Migrant Labor in China
15. September Machtressourcen: Lohnabhängigenmacht vs. Arbeitgebermacht
15. September Organizing-Ansätze in Deutschland
16. September Guest input: Tesla-Organizing-Kampagne
16. September Deep-Organizing und Machtaufbau
16. September Guest input: Organizing im Gesundheitssektor
17. September Tarifpolitik: Revitalisierung industrieller Beziehungen?
17. September Jenseits von Organizing: Gesetzliche Rahmenbedingungen
17. September Abschlusssitzung

Core Literature

  • Castel, R. / Dörre, K. (2009): Prekarität, Abstieg, Ausgrenzung. Frankfurt a.M.: Campus.
  • Laroche M. / Murray G. (Hrsg.) (2024): Experimenting for union renewal. Brüssel: ETUI.
  • McAlevey, J. (2019): Keine halben Sachen. Machtaufbau durch Organizing. Hamburg.
  • Schmalz, S. / Dörre, K. (Hrsg.) (2013): Comeback der Gewerkschaften? Frankfurt a.M.: Campus.
  • Vandaele, K. / Fabris B. L. (2025): When trade unions learn to innovate. Brüssel: ETUI.
  • Wetzel, D. (Hrsg.) (2013): Organizing. Hamburg: VSA Verlag.